{"id":111,"date":"2020-05-17T07:53:00","date_gmt":"2020-05-17T05:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/?p=111"},"modified":"2020-05-13T14:09:44","modified_gmt":"2020-05-13T12:09:44","slug":"lebenslauf-des-motorrades-marke-mgc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/2020\/05\/17\/lebenslauf-des-motorrades-marke-mgc\/","title":{"rendered":"Lebenslauf des Motorrades Marke MGC 2\/2"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Anno 46&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Krieg war zu Ende, die Grenzen frei, jetzt aber waren wir unserer Drei. Niemand konnte uns im Zaun halten, auch der Nachwuchs sollte mithalten. Ich habe auf dem Sozius einen Sitz aus Aluminium platziert, der hat mehr meine Frau als mich geniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben uns k\u00fchn auf die Fahrt getraut, Elsie trug den vollen Rucksack und das Zelt war hinten in einem Sack verstaut.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"688\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_161406-1024x688.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-161\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_161406-1024x688.jpg 1024w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_161406-300x202.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_161406-768x516.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_161406-143x96.jpg 143w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_161406.jpg 1192w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>1946 &#8211; 1. Motorradreise nach dem 2. Weltkrieg in den Jura. Zeltlager bei Le Locle.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"582\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163558.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-162\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163558.jpg 582w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163558-233x300.jpg 233w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163558-74x96.jpg 74w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/><figcaption>1946 &#8211; Morgentoilette an Fl\u00fcsschen bei Le Locle.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Steuern war m\u00fchsam und dennoch sch\u00f6n, wir konnten wieder Neues sehn. Es zog uns erneut mit Macht in die Ferne auf unserem Stahlross. Zuerst nach S\u00fcden in die W\u00e4rme mit unserem jungen Spross. Nachdem der T\u00f6ff den grossen St.Bernhard erklommen, sind wir nach Turin zum Tenda-Pass gekommen. Meine Frau war wegen den Kurven total auf den Felgen, Sie war zu ersch\u00f6pft zu kochen, ich konnte nicht schwelgen. Hungrig und M\u00fcde sind wir ins Zelt gekrochen. Wir schliefen schlecht wegen dauerndem Hunde-Gekl\u00e4ffs, ich w\u00fcnschte das Biest zum Teufel ins Land des Pfeffers.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben die Ziele Nizza und Toulon gl\u00fccklich erreicht, dort eine zerbombte Villa am Meer in Beschlag genommen. Das Leben war herrlich, das Wetter prachtvoll, die Heimfahrt gl\u00fccklich, die Reise war toll.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Fahrten zu Dritt auf einem Motorrad verboten sei, brachte uns in der Schweiz die&#187;Polente&#187; bei. Wir mussten eine Busse &#171;brennen&#187;, so lernt man das Land der Freiheit kennen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"817\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_142543-1024x817.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-139\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_142543-1024x817.jpg 1024w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_142543-300x239.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_142543-768x613.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_142543-1536x1226.jpg 1536w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_142543-2048x1635.jpg 2048w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_142543-120x96.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>1946 &#8211;  Erste Fernreise nach dem 2.Weltkrieg. Italien, Frankreich!\nGr. St.Bernhard, Aosta, Turin, Tenda Pass, Nizza, Toulon, Marseille. Mit MGC 1931 und Zelt. Der kleine Ernstli wurde zwischen Vater und Mutter geklemmt, er hat&#8217;s \u00fcberlebt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Anno 47<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da man sich Diese erk\u00e4mpfen muss, blieb ich nicht lange Gewehr bei Fuss. Ich holte ein Seitenwagen-Chassis Marke Haller, damals das Beste Aller. Die Gondel habe ich selbst gebaut, als Fachman mich dazu getraut. Technisch ist Sie sehr raffiniert gestaltet, Ihre Form so sch\u00f6n, dass Sie nie veraltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Fahrpr\u00fcfung kam Chef-Experte Weilenmann mit. Ich fuhr rassig, es war ein Hit.<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00fcfung bestanden mit Bravour, von falschem Verhalten keine Spur.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe ja schon vorher erlebt, wie rasch sich das Beirad vom Boden abhebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich ohne Gondel von Basel nach Z\u00fcrich fuhr, sch\u00fctzte gegen St\u00fcrze kluge Vorsicht nur. Jetzt machte das Reisen zu Dritt Vergn\u00fcgen, nicht immer nat\u00fcrlich, ich m\u00fcsste ja l\u00fcgen. Schon die nach Paris, dem ersehnten Ziel, war beschwerlich, weil Dauerregen in Str\u00f6men fiel. Da die F\u00fcsse in den Stiefeln im Wasser schwommen, hat diese Fahrt mich schwer mitgenommen. An meinem Geburtstag mit 40 Jahren war ich b\u00f6s angeschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir waren zu Viert, ein Neffe fuhr auch noch mit, erst nach Tagen der Ruhe war ich wieder fit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00fcckfahrt war toll, im Oktober sp\u00e4t, wenn der Wind mit den Bl\u00e4ttern Spiele macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lust an der Fahrt in Ekstase ger\u00e4t, gejagt vom Westwind in romantischer Nacht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anno 48<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Italien Reise konnten wir Vieles sehen und erleben, im Land der K\u00fcnste und Erdbeben. \u00dcber den Stelvio Pass sind wir nach Bozen gekommen, haben hier Fleisch zum Braten mitgenommen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"635\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_152223-1024x635.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-133\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_152223-1024x635.jpg 1024w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_152223-300x186.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_152223-768x476.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_152223-1536x952.jpg 1536w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_152223-2048x1270.jpg 2048w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_152223-155x96.jpg 155w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>1948 &#8211; Italienreise &#8211; Mailand, Rom, Neapel, Venedig.\nAuf der Passh\u00f6he Stilfserjoch.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es stank in Venedig wegen der Hitze, die Fische frassen dann unsere Schnitze. Geschlafen haben wir im Massenlager, unser Gespann wurde dort bewundert wie ein Schlager. Man war von der &#171;Bella Macchina&#187; hell begeistert. In den Abruzzen fanden wir Reste vom Kriege, im Keller eines zerst\u00f6rten Hauses Fusskn\u00f6chel in einem Schuh als Wiege. Eine nicht explodierte Granate lag im Haus, hier zu kampieren war ein Graus. Gl\u00fccklicherweise hat unter dem Zeltboden keine Bombe gesteckt, wir wurden am Morgen nicht durch eine Explosion geweckt.<\/p>\n\n\n\n<p>In Neapel hat uns die Mafia nicht zu entf\u00fchren versucht, als Opfer schienen wir Ihr zu wenig betucht. F\u00fcr Sizilien hat leider die Zeit nicht gereicht, darauf zu verzichten fiel uns nicht leicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154138-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-132\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154138-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154138-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154138-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154138-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154138-72x96.jpg 72w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154138-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption>1948 &#8211; Italienreise im August &#8211; Mailand, Rom, Neapel.\nD\u00e4ddel auf der Via Apia in Rom. Gespann ohne Aufbau.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In Pompei habe ich der sinnigen Worte &#171;Memento Mori&#187; gedacht, der Stadt, deren schreckliches Ende der Vulkan Vesuv gebracht. Roms geschichtliche Bauten zu sehen, war uns wichtig, Sie zu besuchen, richtig. Man wird sich der Worte &#171;Sic Gloria Mundi&#187; und &#171;Tempi Passati&#187; bewusst. Der &#171;Via Apia&#187; Strasse bei Rom habe ich Ehre erwiesen. Hier marschierten r\u00f6mische Legionen vorbei, f\u00fcr Kaiser die meinten, dass ihre Macht ewig sei.<\/p>\n\n\n\n<p>In Pisa campierten wir unter dem Turm in Falllinie, wir machten uns keine Sorgen deswegen. Er w\u00fcrde sich in dieser Nacht noch nicht umlegen. Wahres Pech kam uns in anderer Art entgegen. Die Hinterachse brach entzwei, man kann nicht sagen das dies erfreulich sei. Das Problem l\u00f6ste ein t\u00fcchtiger Mecanico, wir waren f\u00fcr seine Hilfe sehr froh. Aus Alteisen hat er eine neue Achse gedreht, damit die Fahrt bald weitergeht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"948\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_144941-1024x948.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-134\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_144941-1024x948.jpg 1024w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_144941-300x278.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_144941-768x711.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_144941-1536x1422.jpg 1536w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_144941-2048x1897.jpg 2048w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_144941-104x96.jpg 104w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>1948 &#8211; In Venedig. Polizisten und begeistertes Publikum umringen das MGC-Gespann.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Anno 49<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>1949 feierten wir im Camping Marseille den 1. August. Hier packte uns weitere Reiselust. Anstatt nach Les Beaux und in die Camargue zu gehen, wollte meine Frau die Sahara-Oase Bou-Sada sehen. Zwei Schweizer Gespannfahrer schlossen sich uns an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die &#171;Ville d&#8217;Alger&#187; brachte uns nach Tunis als erstes Ziel. Bald passierte Schlimmes und davon viel.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"699\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163542-1024x699.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-165\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163542-1024x699.jpg 1024w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163542-300x205.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163542-768x525.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163542-141x96.jpg 141w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163542.jpg 1098w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>1949 Zwischenhalt in Tunesien. 5 Hirtenjungen und Ernst H\u00e4usler jun.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"379\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/60c5f64f-8efc-4a7c-86a6-c69ad608b7ae.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-119\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/60c5f64f-8efc-4a7c-86a6-c69ad608b7ae.jpg 379w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/60c5f64f-8efc-4a7c-86a6-c69ad608b7ae-237x300.jpg 237w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/60c5f64f-8efc-4a7c-86a6-c69ad608b7ae-76x96.jpg 76w\" sizes=\"auto, (max-width: 379px) 100vw, 379px\" \/><figcaption>1949 Afrikareise. Irgendwo in Algerien lockt ein schattiges Pl\u00e4tzchen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Vorspiel hatte schon fr\u00fcher zu Hause begonnen. Ich hatte ein Gummiband-Federsystem ersonnen, da Ersatz f\u00fcr die gebrochene Gabelfeder nicht bekommen. Einem Gabelbolzen war die Dauerbelastung zu viel, so dass er brach wie ein Besenstiel. Das Gespann sank nieder als wollte es knien, ich konnte weder Lenken noch die Bremse ziehen und fuhr Bord ab in ein Bahngeleise. Der Sturzl\u00e4rm war nicht leise.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"687\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163523-1024x687.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163523-1024x687.jpg 1024w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163523-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163523-768x515.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163523-143x96.jpg 143w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_163523.jpg 1118w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>1949 &#8211; Afrikareise. Begegnung auf algerischer Landstrasse. Tradition und Mobilit\u00e4t. Man beachte die eingedr\u00fcckte &#171;Nase&#187; des Seitenwagens.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Gondelspitze krachte auf eine Schwellenbohle, der Aufprall war gar nicht zu unserem Wohle. Uns hat es auf das Geleise gespickt, erstaunt haben wir das Gespann zur\u00fcck auf der Strasse erblickt. Mit Schwung hat es Umkehr gemacht, mit meiner Frau in der Gondel, vor Schreck gel\u00e4hmt. Wir haben manche Tage nicht mehr gelacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Reisen per T\u00f6ff gaben wir trotzdem nicht auf, ein echter T\u00f6ffler nimmt Unfallgeschehen in Kauf. Mein Fuss war verletzt, ich musste hinken, aber wir haben keine Knochen gebrochen, nur Sch\u00fcrf-und Quetschwunden blieben f\u00fcr einige Wochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Camion brachte uns nach B\u00f4ne ins Spital, die Behandlung der Wunden war eine Qual. Das defekte Gespann hatte Platz in einer Garage gefunden. Ich flickte es halbwegs w\u00e4hrend Tagen, denn ich wollte trotzdem die Weiterfahrt wagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Schutzengel rettete mich oft in Gestalt eines Schweines, es brachte mir Gl\u00fcck, grosses und kleines. Wieder bot er mir Hilfe dar, jedermann wird sagen das dies ein Gl\u00fccksfall war. Im Schrott englischer Armeemotorr\u00e4der fand ich die ben\u00f6tigten Teile, damit unser Gespann von Neuem von dannen eile.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gondel vorn tief eingeschlagen, sie lief versetzt und schief. Wir durften kein weiteres Ungl\u00fcck wagen, Vorsicht gebot Geschwindigkeit recht tief. Erst wollten wir nur den n\u00e4chsten Hafen erreichen, um auf k\u00fcrzestem Weg nach Hause zu schleichen. Da in den H\u00e4fen keine geeigneten Schiffe lagen, mussten wir es bis zum 800 Km entfernten Algier wagen. Bou-Sada haben wir leider nie gesehen, aber in Algier gab es ein Wiedersehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Begleitern vom Unfalltag. In B\u00f4ne hatten Sie uns verlassen, nun konnten Sie es kaum erfassen, was Durchhalte-Willen vermag.<\/p>\n\n\n\n<p>In Marseille trennten sich unsere Wege erneut, wir trafen uns nie mehr auf Fahrten bis heut. Im Hafen wurden wir zwangsgeimpft, gegen s\u00fcdliche Krankheitskeime. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"497\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_165110.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-166\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_165110.jpg 497w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_165110-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_165110-64x96.jpg 64w\" sizes=\"auto, (max-width: 497px) 100vw, 497px\" \/><figcaption>1949 &#8211; Afrikareise, Marseille, Tunis, Algier, Marseille 2. &#8211; 16. August. Im Hafen von Algier.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bald lag Ernstli fiebernd in der Gondel, der arme Kleine. Obschon meine Frau hohes Fieber gemessen, fuhren wir weiter, zeitnotbesessen. Der Unfall raubte nebst Geld auch Zeit, zu Schulbeginn war Ernstli auf Reisen, der Weg noch weit. Les Beaux, die Gespensterstadt aus dem Mittelalter haben wir dann doch noch zu Sehen bekommen. Vergeblich warnte ich meine Frau dem Kochen im Freien zu frommen, bald brannte das Gras und nahes Geb\u00fcsch und wir haben Reissaus genommen. Nochmals hat es durch meine Schuld gebrannt auf dieser Reise, wieder aus Unvorsicht, nur auf andere Weise.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Rast am See von Neuch\u00e2tel, ersch\u00f6pft von der langen Fahrt, wir wollten weiter, es war nicht mehr hell und roch nach Benzin. Ich suchte mit dem Feuerzeug nach dem Grund, der Vergaser darauf in Flammen stund. Schnell richtig handelnd machte ich meinen Fehler wieder gut, erstickte mit einer Decke die lodernde Glut. Gl\u00fccklich sind wir wieder davon gekommen und haben den Heimweg unter die R\u00e4der genommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154312-1024x846.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-131\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154312-1024x846.jpg 1024w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154312-300x248.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154312-768x634.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154312-1536x1269.jpg 1536w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154312-2048x1692.jpg 2048w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154312-116x96.jpg 116w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>1949 &#8211; Afrikareise im August. Rauchpause unterwegs in Algerien.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"828\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154514-1024x828.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-130\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154514-1024x828.jpg 1024w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154514-300x243.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154514-768x621.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154514-1536x1242.jpg 1536w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154514-2048x1656.jpg 2048w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154514-119x96.jpg 119w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>1949 &#8211; Afrikareise vom 21. Juli- 16 . August, Marseille, Tunis, Algier. Hitze in Algerien. Elsa im Seitenwagen, Ernst jun. mit Beret dahinter.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"895\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154548-1024x895.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-129\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154548-1024x895.jpg 1024w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154548-300x262.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154548-768x672.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154548-1536x1343.jpg 1536w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154548-2048x1791.jpg 2048w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_154548-110x96.jpg 110w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>1949 am 14. August trotz Unfall in B\u00f4ne (Anaba) am Ziel in Algier angekommen. Im Hintergrund der Hafen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Anno 50<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Da wir Bekannte hinter dem &#171;Eisernen Vorhang&#187; im Osten hatten, liess man uns einen Blick dahinter gestatten. Wir schleppten viele Esswaren im Kofferraum der Gondel mit, weil wer dort lebte immer noch an Hunger litt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"732\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200512_102524-1024x732.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-172\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200512_102524-1024x732.jpg 1024w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200512_102524-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200512_102524-768x549.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200512_102524-134x96.jpg 134w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200512_102524.jpg 1120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>1950 &#8211; Deutschlandreise. Leipzig, Dresden. Kurz vor<br>der Zonengrenze. Es gab noch keine DDR.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u00c8 sahen in Leibzig, was der schreckliche Krieg hinterlassen, Ruinenh\u00e4user ringsum,die Strassen verengt voller Tr\u00fcmmermassen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"812\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_162821.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-168\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_162821.jpg 812w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_162821-300x277.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_162821-768x709.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_162821-104x96.jpg 104w\" sizes=\"auto, (max-width: 812px) 100vw, 812px\" \/><figcaption>1950 &#8211; Dresden, 1945 durch Luftangriffe v\u00f6llig zerst\u00f6rt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"989\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_162842.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-169\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_162842.jpg 989w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_162842-300x228.jpg 300w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_162842-768x582.jpg 768w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_162842-127x96.jpg 127w\" sizes=\"auto, (max-width: 989px) 100vw, 989px\" \/><figcaption>1950 &#8211; Die Stadt Dresden, ein Schutthaufen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Na, esst Ihr aber gut, meinte erstaunt eine Frau mit Neid, als wir auf einer Parkbank zum Picknick sassen. Statt dem Sieg brachte der Krieg auch den Deutschen Leid.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"541\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_161428-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-170\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_161428-1.jpg 541w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_161428-1-216x300.jpg 216w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200509_161428-1-69x96.jpg 69w\" sizes=\"auto, (max-width: 541px) 100vw, 541px\" \/><figcaption>1950 &#8211; Autobahn in der Ostzone, wenig Verkehr, Benzinmangel.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Anno 51<\/strong>&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>1951 lenkte ich entschlossen das Gespann Richtung West, zum fernen Ziel am Rand der Bretagne, der Hafenstadt Brest. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Bretagne ist sch\u00f6n, doch das Klima ist rauh, wir froren im Zeltbau. Eine Frau lud uns ein, zu Ihr an die W\u00e4rme zu kommen, wir haben dies dankbar angenommen. Oft trafen wir gute Leute in aller Welt von denen wir Hilfe bekamen ohne Entgeld. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir hatten auch das grosse Verlangen, in die Normandie, nach Le Havre, Cherbourg und zum Mont St.Michel zu gelangen. Wir besichtigten die Ohama Beach, Landestelle der Amerikaner im Kriege, den Startort zum sp\u00e4teren Siege.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr jeden, den es wie mich nach meerfrischen Fischen gel\u00fcstet, sind die M\u00fchen der langen Reise wohl wert. Den hier in den ber\u00fchmten Fischerh\u00e4fen, sind Fischer und Beizen dazu bestens ger\u00fcstet. Man kennt ja das Land der feinen K\u00fcchen, mit ihren wohlriechenden Ger\u00fcchten. Das Land,an G\u00fctern zur Nahrung so reich,das grosse, sch\u00f6ne Frankreich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"473\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200512_102545.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-173\" srcset=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200512_102545.jpg 473w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200512_102545-189x300.jpg 189w, https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200512_102545-61x96.jpg 61w\" sizes=\"auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px\" \/><figcaption>1951 &#8211; Frankreichreise in die Bretagne. Brest, Pointe du Raz, Paris.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Anno 52<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wir schon bereist hatten Europas S\u00fcden, Osten und Westen zuvor, bereitete ich eine Reise nach Skandinavien im Norden vor. Den Wunsch hatte ich schon als Kind, zu erfahren, wie dort oben Land und Leute sind. Als ich die Fahrt ums bottnische Meer geplant, habe ich von All dem nichts geahnt, was uns an \u00dcblem passieren sollte. Das Pech fing schon kurz vor Bruchsal an, als das Motorlager rechts zu zwitschern begann. Das Bronzelager lief heiss mangels \u00d6lzufuhr, erst beim dritten Mal kam ich dem Grund auf die Spur. Zweimal habe ich den Motor auf der Strasse zerlegt, deshalb sind wir nie um das bottnische Meer gefegt. Im Camping von Kopenhagen habe ich den Motor zum dritten Mal demontiert, eine kleine Werkstatt hat den Schaden repariert. Nachdem sich das R\u00e4tsel so lang ins Dunkel geh\u00fcllt, hat mich die L\u00f6sung mit Gl\u00fcck erf\u00fcllt. Beim T\u00f6ffmech Bahlen habe ich einen 500 ccm JAP Motor, Baujahr 1928 erstanden, habe defekte Teile durch solche ersetzt, die sich in meiner Werkstatt befanden. Ein \u00d6lloch, das ich wohlmeinend aber falsch platzierte, war der Grund, dass \u00d6l das Lager zuwenig schmierte. Erst nach langem logischen Denken bin ich darauf gekommen. Ich stopfte das Loch mit einem Stiftchen zu, so hatten wir endlich Ruh und das Elend ein Ende genommen. Als Trost haben wir Stockholm und Oslo erreicht und gesehen. Ganz liess uns die MGC nicht im Stich, trotzdem Sie vom geplanten Weg abwich. In Oslo sahen wir Heyerdahls weltber\u00fchmtes Kontiki Floss, als Andenken schnitt ich ein St\u00fccklein Balsa-Holz los. Auch das Polarschiff des Forschers Nansen, die Fram, von uns Wundernasen Besuch bekam.<\/p>\n\n\n\n<p>Da das zweite Motorlager auch Schaden erlitten, sind wir ohne Eile nach Hause geritten. Dies hat aber auch seine T\u00fccken gehabt, fast h\u00e4tte uns ein Lastenzug von hinten geschnappt, als er beim \u00dcberholen uns den Weg abschnitt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Beifahrer streckte nicht den Kopf, nein die F\u00fcsse aus dem Fenster!<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Frau schrie laut auf vor Schreck im Seitenwagen, zur Rettung musste ich sofort etwas Gef\u00e4hrliches wagen. Ich durchfuhr eine Hecke am Autobahnrand, ein steiles Wiesenbord hinunter, dann kam das Gespann auf einem Getreidefeld zum gl\u00fccklichen Halt. Es brauchte Entschlossenheit und Mut, das Richtige zu tun, mit Recht durfte ich nach diesem Schreck ein Weilchen ruhn.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anno 56<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Passfahrten machte ich besonders gerne, in der Schweiz und in der Ferne.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wollte es noch einmal gr\u00fcndlich wissen, ohne mich \u00fcberanstrengen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir \u00fcberquerten zu Viert, meine Frau, meine Schwester und B\u00fcsi dabei, alle P\u00e4sse um Nizza zu erreichen, ohne dem Grenzgebirge zwischen Frankreich und Italien zu entweichen. Wir bezwangen der Reihe nach folgende P\u00e4sse: Den Furka, die Forclaz, die Col&#8217;s des Montets, Col d&#8217;Is\u00e9ran (der h\u00f6chste Europas, 2769m) Dann den Galibier, 2645m und die P\u00e4sse Lautaret, Izoard, Col du Vars und den Col de Cayolle. Meist waren es ruppige Kerle, neun an der Zahl, f\u00fcr uns eine Lust, f\u00fcr den T\u00f6ff eine Qual. Zur\u00fcckgekehrt sind wir \u00fcber die ber\u00fchmte Route Napol\u00e9on. Ich streichelte z\u00e4rtlich die MGC zum Schluss, wie ein Pferd das man f\u00fcr seine Leistung loben muss. Es hat pannenfrei durchgehalten, obwohl an Jahren schon bei den Alten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man wie ich das Motorrad&nbsp; \u00fcber X-tausend Kilometer fordert und plagt, darf man nicht jammern wenn es in der Folge manchmal den Dienst versagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den schon erw\u00e4hnten uns noch folgende Pannen qu\u00e4lten: Einmal fuhr ich Nachts \u00fcber den Albula, es schien mir, als obdas Gespann leicht betrunken w\u00e4r, den es schwankte komisch hin und her. Am n\u00e4chsten Tag habe ich den Grund herausgefunden, eine Vorderstrebe gebrochen am Rahmen, wir waren froh, dass wir heil bis zur n\u00e4chsten Werkstatt kamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nebst grossen Fahrten kamen in der Schweiz und Umgebung noch viele mittlere und kleine dazu, von denen ich nur diejenigen erz\u00e4hlen will, an denen Unvergessliches geschah. An Grossst\u00e4dte gewohnt war Arbon f\u00fcr uns ein zu stiller Ort, um die Freizeit dort zu verbringen. Wir fuhren fast immer nach Z\u00fcrich, auch zur ungem\u00fctlichen Winterzeit. Bei zwei Fahrten war unser Schutzengel einsatzbereit. Einmal war die Strasse vereist und wir sind entgleist, ein anderes Mal erlebten wir Schrecksekunden, als bei der alten Br\u00fccke \u00fcber die Thur, ich beinah ins eiserne Br\u00fcckengel\u00e4nder fuhr.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Kurve ist der Hinterreifen geplatzt, den ich zuvor geflickt anstatt ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die MGC schleuderte lange Sekunden bis es mir gelang, sie aufzufangen. Dieses Ereignis beweist, das falsches Sparen b\u00f6se Folgen hat. Eine Heimreise wurde in der Berner H\u00f6he-Steigung unterbrochen, als der Motor den Geist aufgab. Vielleicht war der Benzintank leer, ich erinnere mich nicht mehr. Von einem Lieferwagen liess ich mich auf die H\u00f6he schleppen, mein Junge sass neben dem Fahrer. W\u00e4hrend der Fahrt habe ich mich gedreht, dadurch die Kontrolle verloren und bin gest\u00fcrzt, mitgeschleift bis zum Gl\u00fcck die Zugschnur riss. Ich rollte zur\u00fcck nach Lauerz mit gequetschtem Knie, solche Ereignisse vergisst man nat\u00fcrlich nie. Zweimal, stets auf der R\u00fcckfahrt seltsamerweise, unterbrach ein Kipphebelbruch die Reise. Bei der Ersten mit meinem Sohn das Inntal hinunter bis Landeck im Tirol, aber erst auf der R\u00fcckkehr im Thurgau.<\/p>\n\n\n\n<p>Jahre sp\u00e4ter hat sich bei Mellingen, AG der zweite Kipphebel verabschiedet.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal ist etwas zum Lachen passiert, erst zur\u00fcck in Paris hab ich es kapiert, dass ich das Nummernschild zu montieren vergass. Weder Polizei noch Zoll hat das Fehlen bemerkt, was unser Vertrauen ans Gl\u00fcck verst\u00e4rkt. Es fuhr ja immer als Begleiter mit, selbst wenn ich gef\u00e4hrlich an Erm\u00fcdung litt. Ich war wie ein Automat beim Lenken, um richtig zu handeln musste ich kaum denken. Die Routine hat mich zum sicheren Fahrer gemacht, T\u00f6fffahren lernt man nicht \u00fcber Nacht. Der Verkehr war noch m\u00e4ssig zu jenen Zeiten, man riskierte nicht Kopf und Kragen wie heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Helme zu tragen war eine Qual, wir taten es erst als das Gesetz es befahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein gr\u00f6sster Genuss lag jeweils darin, wenn ich in fernen St\u00e4dten zum Bahnhof gefahren bin. Mit Befriedigung und Stolz, echte T\u00f6ffler sind Leute aus hartem Holz.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit eigenem Gef\u00e4hrt sind wir hier angelangt, die R\u00fcckfahrt uns auch nicht bangt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Fahrten sind noch erw\u00e4hnenswert. Bei einer war meine Schwester und der Neffe dabei. Wer gern in Frankreichs Provence f\u00e4hrt, verpasse nicht den St. Bernhard Nummer zwei. Der Kleine ist nicht weit vom Grossen entfernt. Umwege macht gerne wer P\u00e4sse liebt, weil es so noch mehr zu erleben gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Andere, als ich einem Bekannten-Paar Freude schenkte, mit Ihnen mein Gespann \u00fcber den Spl\u00fcgen lenkte. Er ist der k\u00fcrzeste Weg, der nach Italien f\u00fchrt, ein Pass dem Beachtung geb\u00fchrt. Pers\u00f6nlich hat mir von den Befahrenen Allen, am Meisten der Passo di Spluga gefallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obschon wir oft gestresst durch Hitze, K\u00e4lte, Regen, Hunger und Durst, wurden wir vom Reisen per T\u00f6ff niemals krank, und die MGC nur zeitweise, Gottlob und Dank.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ernst H\u00e4usler senior &#8211; Ostern 1984<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anno 46&nbsp; Der Krieg war zu Ende, die Grenzen frei, jetzt aber waren wir unserer Drei. Niemand konnte uns im Zaun halten, auch der Nachwuchs sollte mithalten. Ich habe auf dem Sozius einen Sitz aus Aluminium platziert, der hat mehr&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/2020\/05\/17\/lebenslauf-des-motorrades-marke-mgc\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":134,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-111","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200424_144941.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=111"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":174,"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111\/revisions\/174"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/134"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=111"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motorradkultur.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}